-
Immunsuppression entsteht vor allem durch schlechte Luft, Stress und Schimmelpilzgifte.
-
Schwache Abwehr führt zu mehr Infektionen und Leistungsverlust.
-
Gute Luft, Management, Futter und Impfstrategie beugen wirksam vor.
Ein gesundes Schwein wächst schneller, bleibt stabiler und verursacht weniger tierärztliche Kosten. Doch im Stall gibt es zahlreiche Faktoren, die das Immunsystem Ihrer Tiere schwächen können. Diese Immunsuppression passiert oft schleichend – und genau deshalb lohnt es sich, sie zu verstehen.
Was bedeutet Immunsuppression eigentlich?
Immunsuppression bedeutet, dass das Immunsystem eines Schweins weniger aktiv ist als normal. Die Abwehr arbeitet also auf Sparflamme .Dafür gibt es verschiedene Gründe:
1. Schlechte Luftqualität
Einer der am meisten unterschätzten Faktoren im Stall!
Die Schleimhäute Ihrer Schweine sind 24/7 dieser Umgebung ausgesetzt. Staub, Ammoniak, Viren, Bakterien – alles landet auf den empfindlichen Atemwegen. Dazu kommt: Das Schwein hat im Verhältnis zum Körpergewicht eine relativ kleine Lunge – das überfordert das Atemsystem schnell!

Automatische Stroh-Entstaubung – eine Möglichkeit zur Unterstützung der Atemwegsgesundheit © TopAgrar
2. Energie fehlt an der richtigen Stelle
Schweine wachsen schnell – und Wachstum kostet Energie und Proteine. Wenn ein Tier viel Energie ins Wachstum steckt oder das Futter minderwertig ist, bleibt zu wenig für das Immunsystem übrig.
3. Schimmelpilzgifte im Futter
Viele Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) hemmen den Proteinaufbau im Körper. Doch Proteine sind genau das, was das Immunsystem benötigt, um Abwehrzellen aufzubauen. Fehlen sie, läuft die Abwehr nur gedrosselt.
4. Stress im Stall
Stress kostet Immunkraft. Typische Stressfaktoren sind:
Umstallungen
hohe Belegdichten
All das sorgt dafür, dass das Immunsystem „herunterfährt“.

Was passiert, wenn das Immunsystem nicht mehr richtig arbeitet?
Wenn das Immunsystem geschwächt ist, reagiert es kaum noch. Die Folgen sind:
1. Höheres Risiko für Infektionen
Viren und Bakterien haben plötzlich leichtes Spiel. Erkrankungen breiten sich schneller aus und verlaufen oft schwerer.
2. Verzögerte Wundheilung
Erreger können über Wunden oder Schleimhäute in die Blutbahngelangen und möglicherweise zur Blutvergiftung führen. Auch können Sekundärinfekte begünstigt werden.
Das Ergebnis ist fast immer das gleiche: Wachstumsstopp, Leistungsabfall, höhere Tierarztkosten.
Wie können Sie im Betrieb gegensteuern?
Schweine können sich nur dann gut gegen Erreger wehren, wenn das Immunsystem nicht zusätzlich belastet wird. Deshalb lohnt es sich, auf drei Bereiche besonders zu achten:
1. Stallklima verbessern
Staubreduktion
Luftführung kontrollieren
Ammoniakspitzen vermeiden
2. Management optimieren
genügend Fressplätzestressarme Umstallung
stabile Gruppen
3. Futterqualität prüfen
Mykotoxinmanagementstabile Nährstoffversorgung
ausreichend Rohprotein und Energie
Und wie sieht ausreichender Schutz gegen spezifische Erreger aus?
Auch bei optimalem Management kommen Schweine mit Erregern wie Mykoplasmen, Circoviren oder anderen Atemwegserregern in Kontakt. Daher ist wichtig, dass das Immunsystem nicht nur stabil, sondern auch gezielt vorbereitet ist.
Eine gute Impfstrategie sorgt dafür, dass das Immunsystem sich schon vor einer Infektion mit den wichtigsten Erregern auseinandersetzt – und nicht erst dann, wenn die Belastung im Stall bereits hoch ist.
Damit leisten Sie als Landwirtin und Landwirt einen zentralen Beitrag, um:
Atemwegsstabilität zu sichernInfektionsketten zu unterbrechen
das Leistungsniveau der Tiere zu erhalten
Eine durchdachte Impfstrategie ergänzt das Management – sie ersetzt es nicht.