-
Stressfreies Screening der Herde durch Kaustricke, bevor Symptome sichtbar werden
-
Besonders hilfreich bei PRRS und PCV2 zur frühzeitigen Einschätzung des Infektionsdrucks
-
Frühwarnsystem, das eine Diagnose unterstützt, aber nicht ersetzt
Wenn Schweine matt wirken, rot oder sogar rotblau verfärbte Ohren zeigen und fiebern oder niesen, stellt sich schnell die Frage, welche Erreger im Bestand gerade zirkulieren. Kaustricke liefern dafür ein einfaches, tierfreundliches und sehr aussagekräftiges Screening der Herde, noch bevor deutliche klinische Symptome sichtbar werden.
Sickness Behaviour - wenn Schweine krank "chillen"
Schweine zeigen Krankheit oft durch sogenanntes "Sickness Behaviour". Sie liegen vermehrt, wirken ruhiger, bleiben in den Ecken liegen oder fressen schlechter, lange bevor eindeutige Symptome auftreten. Diese Verhaltensänderungen entstehen, wenn das Immunsystem aktiv wird und der Körper Energie spart. Zu diesem Zeitpunkt zirkulieren Erreger jedoch bereits im Stall und werden von gesunden wie kranken Tieren ausgeschieden.
Kaustricke als Spiegelbild des Erregerspektrums im Stall
Kaustricke sind einfache Baumwollseile, die in der Bucht auf Schulterhöhe aufgehängt werden. Sie befriedigen das natürliche Spielbedürfnis. Etwa drei Viertel der Tiere in einer Bucht beschäftigen sich innerhalb von nur 30 Minuten aktiv mit dem Seil. Dabei sammelt sich eine Vielzahl an Materialien am Kaustrick, darunter:
Speichel, sogenanntes „Oral Fluid"
Futterreste
Staub
Kotpartikel aus der Buchtumgebung
Dadurch entsteht ein Bild der Erregerausscheidung der gesamten Gruppe – ohne Stress, ohne Fixieren, ohne Tiere anfassen zu müssen. Kaustricke sind daher ein sehr tierfreundlicheres Diagnostikwerkzeug.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Nach der Beprobungszeit wird der Kaustrick entnommen, anschließend in einen Glasbehälter ausgedrückt und mit einem Virus‑stabilisierenden Medium versetzt. Dieses schützt das Erbmaterial der Erreger und ermöglicht eine genaue Laboranalyse. Im Labor werden die Proben dann auf relevante Viren untersucht.
Grundsätzlich können mit Kaustricken alle gängigen Schweinerreger nachgewiesen werden. Ganz besonders eignen sich dafür SIV, PRRS und Circoviren.
Die Erreger können unauffällig durch die Herde laufen und wirtschaftlich gravierende Auswirkungen haben. Kaustricke helfen, die Dynamik dieser Erreger frühzeitig zu erkennen und Veränderungen im Stallgeschehen zeitnah zu bewerten.
Was Kaustricke leisten - und was nicht
Kaustricke beantworten zuverlässig die Frage: Welche Erreger werden derzeit im Stall ausgeschieden?
Sie bieten also eine wertvolle Orientierung und zeigen Infektionsdruck und Erregerspektrum im Bestand auf. Eine endgültige Diagnose ersetzen sie jedoch nicht. Für eine Bestätigung eines Krankheitsgeschehens sind weiterhin klinische Untersuchungen und spezifische Laborproben wie Blut, Serum oder Organmaterial notwendig.
Kaustricke sind somit ein hervorragendes Frühwarnsystem, das hilft, Risiken früh zu erkennen und tiergesundheitliche Entscheidungen fundierter zu treffen.

Fazit
Kaustricke ermöglichen eine einfache, großflächige und tierfreundliche Probenahme mit hoher Aussagekraft. Sie eignen sich ideal, um einen Überblick darüber zu gewinnen, welche Erreger im Stall zirkulieren, bevor deutliche Symptome auftreten. Gerade bei PRRS und PCV2 bieten sie wertvolle Hinweise für das Management der Herdengesundheit.
Wer Kaustricke nutzen oder Laboranalysen durchführen lassen möchte, kann sich jederzeit persönlich an uns wenden. Wir unterstützen gerne bei der passenden Diagnostik für Ihren Bestand.