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Koinfektionen wie PRRSV oder Mykoplasmen fördern die Vermehrung von PCV2 und erhöhen die Viruslast im Schwein.
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Der heute vorherrschende Genotyp PCV2d scheint Koinfektionen besonders gut auszunutzen und kann dadurch stärkere Krankheitsfolgen verursachen. [1, 2]
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Eine gute Kontrolle von Atemwegserregern sowie eine konsequente PCV2d-Impfung helfen, Leistungsverluste im Bestand zu reduzieren.
Was sind Koinfektionen?
Koinfektionen entstehen, wenn ein Schwein gleichzeitig von mehreren Krankheitserregern betroffen ist. Bei PCV2 können Erreger wie Mycoplasma hyopneumoniae (Erreger der Enzootischen Pneumonie) oder PRRSV die Vermehrung des Virus fördern. Dadurch steigt die Viruslast und das Risiko von Leistungsverlusten nimmt zu.
Viele Betriebe kennen das Bild: Die Schweine husten etwas mehr, wachsen nicht ganz so gleichmäßig oder brauchen länger bis zur Schlachtreife. Oft steckt nicht nur ein einzelner Erreger dahinter. Vielmehr treten mehrere Erreger gleichzeitig auf und verstärken sich gegenseitig.
Besonders bei Circoviren (PCV2) können sogenannte Koinfektionen dazu führen, dass sich das Virus stärker vermehrt und größere wirtschaftliche Schäden verursacht. Das gilt insbesondere für PCV2d, den heute weltweit dominierenden PCV2-Genotyp [3].

Mehr Koinfektionen führen zu mehr Lymphoblasten, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich PCV2 vermehrt. [4]
Die Grafik vergleicht ein gesundes Schwein mit einem Schwein, das zusätzlich zu PCV2 von weiteren Erregern belastet wird, beispielsweise durch:
- Mycoplasma hyopneumoniae
- PRRSV
- Influenza A
- weitere Atemwegs- oder Bestandsinfektionen
Das Grundprinzip ist einfach [4]:
- Mehr Krankheitsdruck = mehr aktivierte Immunzellen
- Mehr aktivierte Immunzellen = mehr Zielzellen für PCV2
- Mehr Zielzellen = stärkere Vermehrung des Virus
- PCV2d scheint diese Situation besonders effektiv auszunutzen
Die Viruslast im Tier steigt deutlich an. Studien zeigen, dass unter Koinfektionsbedingungen insbesondere PCV2d höhere Viruslasten und stärkere Läsionen verursachen kann als andere relevante PCV2-Genotypen.
Warum steht PCV2d besonders im Fokus?
PCV2 ist nicht gleich PCV2. Heute dominiert weltweit vor allem PCV2d. Untersuchungen deuten darauf hin, dass dieser Genotyp Zielzellen des Immunsystems besonders effizient infizieren und sich stärker vermehren kann. Dadurch hat sich PCV2d in vielen Regionen gegenüber den Genotypen PCV2a und PCV2b durchgesetzt [5].
Unter Koinfektionsbedingungen wird dieser Vorteil besonders sichtbar:
- höhere Viruslasten
- stärkere Veränderungen in Lymphknoten
- schwereres respiratorisches klinisches Bild
- geringere Tageszunahmen
Diese Effekte wurden sowohl bei Koinfektionen mit PRRSV als auch mit Mykoplasmen beobachtet.
Was bedeuten Koinfektionen in der Praxis?
Bereits leichte Atemwegsprobleme können dazu beitragen, dass sich PCV2 stärker vermehrt. Kommt es zu einer zusätzlichen Infektion, wird das Immunsystem stärker aktiviert. Dadurch stehen dem Virus mehr Zellen zur Verfügung.
Man kann es sich wie ein Feuer vorstellen: PCV2 allein ist ein kleiner Brand. Weitere Krankheitserreger liefern zusätzliches Brennmaterial. Bei PCV2d kann sich das Feuer besonders schnell ausbreiten. |
Die Folgen können sein:
- schlechtere Tageszunahmen & Futterverwertung
- mehr Streuung in der Gruppe
- längere Mastdauer
- höhere Behandlungskosten
Was können Landwirte tun?
- Diagnostik nutzen: Erreger und Koinfektionen im Bestand erkennen.
- Atemwegsgesundheit verbessern: Mykoplasmen und andere Atemwegserreger konsequent kontrollieren.
- Bestandsmanagement optimieren: Infektionsdruck und Stressfaktoren reduzieren.
- Konsequent impfen: Eine wirksame PCV2-Immunisierung hilft dabei, Virusvermehrung und Krankheitsfolgen zu begrenzen.
Die Praxisfrage lautet nicht: PCV2 oder Mykoplasmen?
In vielen Betrieben lautet die eigentliche Frage:
Wie kann ich PCV2d und Koinfektionen gleichzeitig kontrollieren?
Da PCV2 und Mykoplasmen häufig gemeinsam auftreten [6], setzen viele Betriebe auf Impfkonzepte, die beide Erreger gleichzeitig berücksichtigen. So lässt sich der Gesundheitsstatus der Tiere mit nur einer Maßnahme breiter absichern.
Fazit
PCV2d nutzt Koinfektionen besonders effektiv. Deshalb sind Prävention und Impfung wichtiger denn je. Wer PCV2, Mykoplasmen und weitere Atemwegserreger gemeinsam kontrolliert, schafft die besten Voraussetzungen für gesunde Tiere, stabile Leistungen und wirtschaftlichen Erfolg.
Referenzen:
1. Oh T, Suh J, Park KH, Yang S, Cho H, Chae C. A Comparison of Pathogenicity and Virulence of Three Porcine Circovirus Type 2 (PCV2) Genotypes (a, b, and d) in Pigs Singularly Inoculated with PCV2 and Dually Inoculated with Mycoplasma hyopneumoniae and PCV2. Pathogens. 2021;10(8). doi: 10.3390/pathogens10080979.
2. Suh J, Oh T, Park K, Yang S, Cho H, Chae C. A Comparison of Virulence of Three Porcine Circovirus Type 2 (PCV2) Genotypes (a, b, and d) in Pigs Singularly Inoculated with PCV2 and Dually Inoculated with PCV2 and Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus. Pathogens. 2021;10(7). doi: 10.3390/pathogens10070891.
3. Eddicks M, Ladurner Aviles S, Frauscher S, Krejici R, Reese S, Fux R, et al. Update on the Prevalence of the PCV2 Major Genotypes PCV2a, PCV2b, and PCV2d in German Fattening Farms in 2024. Vet Sci. 2025;12(8). doi: 10.3390/vetsci12080717.
4. Nauwynck H: Feeding the enemy: more coinfections lead to more lymphoblasts, increasing the chances for PCV2 to replicate. https://www.3tres3.com/en/articles/understanding-pcv2_21549/ (2025). Accessed 14 Sep 2026.
5. Nauwynck H: What is driving PCV2 evolution? https://www.3tres3.com/en/articles/hans-nauwynck-pcv2-evolution_21547/ (2025). Accessed 14 Sep 2026.
6. De Jonghe E, Van Colen S, Soeckler-Lionetti C, Koechling M, Marks H, Schreiner N, et al. An overview of the most frequently found pathogens in altered slaughter lungs from four European countries. In: 16th European Symposium of Porcine Health Management. Bern, Switzerland 2025. p. 203.